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BÄRBEL UND IHRE SCHWALBEN
Fotos und Reportage © H. Schulz

rauchschwalbe 1

„Sag‘ mal, wird das für die Kleinen nicht zu spät? Die müssten doch bald nach Afrika fliegen“. Bärbel Bothsmann macht sich Sorgen um ihre Schwalben. Das napfförmige Nest, aus mit Speichel zusammengeklebten Lehmkügelchen und trockenem Stroh, klebt an einem Balken unter dem Dach des Carports. Neugierig, ohne jede Angst, schauen die vier wohlgenährten Jungen zu uns herab. Nein, zu spät für den Abflug ist es jetzt, Anfang September, noch nicht. Zwei bis drei Bruten pro Jahr sind bei den Rauchschwalben normal. „Da kann es schon mal Oktober werden, bis die letzten sich auf den Weg machen“, erkläre ich Bärbel.

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DIE „HALLIGSTÖRCHE“ SIND MEISTER IM MUSCHELKNACKEN
Foto und Reportage © H. Schulz

austernfischer

Halligfrühling auf Langeneß. Schon früh am Morgen bin ich nahe der Mayenswarf unterwegs, um dem Konzert der Küstenvögel zu lauschen. Das Flöten der Rotschenkel, das Kreischen der Seeschwalben und die jammernden Rufe der Möwen sind allgegenwärtig. Eine Vogelart jedoch hebt sich akustisch aus der Masse heraus: Mit lauten, gellenden Pfiffen und schrill-aggressivem Trillern übertönen die Austernfischer den vielstimmigen Chor. Selbst im schnellen Flug, bei bis zu 80 Stundenkilometern, können sie ihre Schnäbel nicht halten.

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ZU GAST IN KARAOGLAN, DEM „DORF DER SCHWARZEN BÜFFEL“
Fotos und Reportage © H. Schulz

wasserbueffel

Auf den Dächern klappern die Störche, und von der Moschee ruft der Muezzin zum Gebet. Karaoglan ist ein verschlafenes Dorf in der Türkei, am sumpfigen Ufer des Ulubat-Sees. Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben. Die Menschen freuen sich über unseren Besuch, und bald halte ich eine Schale kräftigen, schmackhaften Joghurts in der Hand. „Kuh oder Schaf?“, will ich radebrechend vom Gastgeber wissen und ernte energisches Kopfschütteln. Ein kleiner Junge nimmt mich an der Hand, führt mich zum Rand der Dachterrasse und zeigt auf die Straße. Dort unten drängt sich eine Phalanx aus massigen Leibern: Wasserbüffel, unverkennbar mit ihren im Halbkreis nach hinten gebogenen Hörnern. Das also sind sie – die Lieferanten der Milch. Mit langen Stöcken dirigieren die Hirten die schwarzen Rinder zwischen Häusern und Autos zu den Ställen, um sie zu melken.

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Stubenfliege

STUBENFLIEGE: FLIEGENKLATSCHE IN ZEITLUPE
Reportage © H. Schulz   Foto: © B. Dumitru/Fotolia

stubenfliege

Stubenfliegen sehen und reagieren 10 mal schneller als wir Menschen

Patsch! Diesmal hab‘ ich sie! Von wegen. Wie von Zauberhand hat sich die Stubenfliege aus der Gefahrenzone katapultiert. Frustriert lege ich die Fliegenklatsche zur Seite. Wie zum Hohn landet das lästige Insekt auf dem Bildschirm. Direkt vor meinen Augen krabbelt „Musca domestica“ hektisch umher und stört mich bei der Arbeit. Abgesehen davon: Mehrere Millionen Bakterien schleppt so manche Fliege mit sich herum, vom letzten Besuch auf einem Kothaufen oder Kadaver. Die ekligen Keime hinterlässt sie auf dem Marmeladenbrot oder der Wurst, wenn sie dort mit ihrem Rüssel nach Nahrung tupft.

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Wasseramseln im Harz

GEFIEDERTE UNTERWASSERJÄGER IM TOSENDEN WILDBACH
Reportage © H. Schulz   Foto:© S.R. Miller / Fotolia

wasseramsel

Auf schmalem Pfad wandere ich durch die Bodeschlucht im Nationalpark Harz. Bergseits krallen sich die Bäume mit ihren knorrigen Wurzeln in den steilen Hang. Zum Tal hin blinkt die Sonne durch schütteres Gehölz. Tosendes Rauschen lockt mich hinaus an den Bach. Mit schäumenden Wellen zwängt sich die Bode durch ihr schmales Bett und brodelt um blankgeschliffene Steine. Dicht über dem Wasser kommt im schwirrenden Flug ein kleiner Vogel daher. Furchtlos landet er, inmitten der sprühenden Gischt, auf einem moosbewachsenen Felsen. Es ist eine Wasseramsel. Die wildromantische Bode ist ein Gewässer so recht nach ihrem Geschmack.

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HORROR „PENISFISCH“ – LEGENDE ODER REALITÄT?
Reportage © H. Schulz

penisfisch

Geheimnisvoller Amazonas. Das trübe Wasser des mächtigen Stroms ist die Heimat zahlloser Fische. Langsam und unauffällig gleiten sie durch das Gewirr aus wuchernden Pflanzen. Ihre Kiemendeckel bewegen sich sanft im Rhythmus des Atmens. Bei jedem Öffnen und Schließen strömt Wasser zuerst in die Mundhöhle und an den Kiemen vorbei zurück in den Fluss. Doch ein tückischer Parasit stört jäh die friedliche Szene. Angelockt von der Strömung des Atemwassers schwimmt der Candirú, ein kleiner, aalförmiger Wels, in die Kiemenhöhle seines Opfers und haftet sich dort mit seinen Stacheln fest. Ein Entrinnen gibt es nicht. Mit scharfen Zähnen beißt der Angreifer zu. Das Blut, das aus den Kiemen dringt, dient dem „Vampirfisch“ als Nahrung.

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VOGELFORSCHUNG MIT HINDERNISSEN
Fotos und Reportage © H. Schulz

perlhuhn 1

Ein trockener Knall tönt über das Tal. Der Schuss reißt mich unsanft aus dem Schlaf. So nah an der Grenze zum Jemen sind Scharmützel zwischen Drogenschmugglern und der saudischen Polizei nicht selten. Die Sonne geht bereits auf – schnell raus aus dem Schlafsack. Die Strohhütten im Dorf gegenüber leuchten golden im warmen Licht, und die Bäume unten im Tal werfen lange Schatten. Über den steinigen Boden bewegt sich eine Schar dunkler Punkte. Ein schneller Blick durch das Fernrohr, und schon bin ich glockenwach. Die ersten Perlhühner sind unterwegs – meine Forschung kann endlich beginnen.

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